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10 Fragen an: Manuel Bauer Teil1

10 Fragen an: Manuel Bauer Teil 1

Manuel Bauer ist vielen eingefleischten Bodybuilding-Fans ein Begriff. Als erfolgreicher Amateur-Athlet, unterstützt von Best Body Nutrition und Vorbereiter diverser Profi- und Amateur-Bodybuilder ist Manuel seit nun mehr als 20 Jahren Bestandteil der deutschen Bodybuilding-Szene.

Pünktlich zur neuen Saison haben wir mit ihm ein 10 Fragen-Interview geführt und ihn über seine Anfänge, seine erste Vorbereitung sowie Tipps und Tricks für Nachwuchsathleten gefragt. Aber lest selbst …

Hallo Manuel. Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast, um dein Wissen mit uns und unseren Lesern zu teilen. Als erfolgreicher Amateurathlet und Vorbereiter diverser Profi-Bodybuilder widmest du dich seit mehr als 20 Jahren diesem Sport. Bitte erzähle uns wie du damals zum Bodybuilding und später zu deinem ersten Wettkampf gekommen bist.

Hallo, sehr gerne. Ich war in meiner Kindheit immer schon sportlich aktiv (Leichtathletik, Tennis, Handball). Mehr oder weniger durch Zufall bin ich im Studio gelandet. Mein Bruder hatte damals einen Gutschein für ein Monat Studio erhalten und ich bin dann aus Neugierde mal mitgegangen. Ich war zu der Zeit 14 und der damalige Besitzer meinte damals schon ich wäre veranlagt. Aber ich hatte noch eine ganze Zeit auch die anderen Sportarten nebenher betrieben. So im Alter von 16 hab ich mich dann von allen anderen Sportarten verabschiedet und mich dann mehr auf das Bodybuilding konzentriert.

Meinen ersten Wettkampf hab ich 1997 bestritten. Ich war zu der Zeit in Regensburg um meinen Grundwehrdienst zu absolvieren. Zum Training bin ich dann in die damalige Bodystation gegangen, die bekannt war für ihre zahlreichen Top Athleten, darunter zick Deutsche Meister, Weltmeister usw.  Der Besitzer und Urgestein Xaver Islinger sprach mich an und meinte wenn ich Diät machen würde und in Form komme, kann ich auf Anhieb Deutscher Junioren Meister werden. Ich selbst dachte nur was der erzählt. Aber es kam alles so. Ich nahm an vier Wettkämpfen teil und gewann alle vier inklusive der Deutschen Juniorenmeisterschaft.

Für viele Athleten ist der erste Wettkampf etwas ganz besonderes. Die einen freuen sich total auf die Bühne und andere sind doch eher etwas nervös. Wie war das damals bei dir? Welche Erinnerungen hast du an deinen ersten Wettkampf?

Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich nie großartig nervös war vor einem Wettkampf. Ich hatte das Glück sehr erfahrene Leute um mich herum zu haben. Mein erster Wettkampf war schon ein riesen Erlebnis. Ich hatte fast schon sowas wie einen Fanclub mit dabei. Ich konnte auf Anhieb meine Klasse und den Gesamtsieg gewinnen. Danach kamen selbst erfolgreiche Bodybuilder auf mich zu, die ich bis dato nur aus Zeitschriften kannte. Das war für mich natürlich eine riesen Ehre und Motivation zugleich. Auch brachte mir das noch mehr Sicherheit. Es waren unvergessliche Eindrücke.

Wie lief deine erste Vorbereitung ab?

Meine erste Vorbereitung war typisch „Old School“. Es gab als Kohlenhydrate ausschließlich Reis und Reiswaffeln. Mein Protein bezog ich aus Pute, Thunfisch, Eiern und Magerquark. Fett war komplett gestrichen. Täglich gab es noch einen Apfel. Auch Gemüse war eher eine Seltenheit, was jedoch mit daran lag dass ich bei der Bundeswehr mit 6 Mann auf einem Zimmer lag und die Kochmöglichkeiten doch sehr eingeschränkt waren. So kam es dass ich mein Fleisch zum Teil sogar im Wasser des Reiskochers zubereitet hatte. Ich hatte noch das Glück, dass wir einen Kühlschrank auf dem Zimmer hatten und ich so ein paar Lebensmittel deponieren konnte.

Täglich gab es noch pro Tag 6 bis 8 Liter natriumarmes Wasser. Das einzige Natrium war das im Thunfisch. Ansonsten wurde komplett auf jegliches Salz und Gewürze verzichtet. Mein Fleisch bereitete ich im Backofen oder zum Teil in kochendem Wasser zu. Auf jegliches Proteinpulver, Aminosäuren und andere Supplements wurde komplett verzichtet. Es hieß damals, dass die Süßstoffe, Bindemittel, etc. evtl. nur Wasser speichern. Wenn ich so drüber nachdenke, war es schon eine sehr harte und mehr als spartanische Diät, die ich heute so nicht mehr durchhalten würde. Das Training wurde auch schlicht gehalten, schwer und intensiv trainieren plus täglich 60 bis 90 Minuten Ausdauer.

Manuel Bauer WK2

Wenn du deine damalige Vorbereitung mit der Art und Weise vergleichst, wie du heute Athleten vorbereitest, was sind da die größten Unterschiede?

Vorab, es gibt immer noch Athleten die bereiten sich vor wie vor 20 Jahren, wenn es funktioniert warum auch nicht. Für meinen Teil muss ich sagen, dass sich die letzten Jahre unwahrscheinlich viel verändert hat. Ein typisches Beispiel wäre hier zum Beispiel die Nährstoffverteilung. Damals versuchte man so gut wie möglich jedes Fett zu vermeiden, Kohlenhydrate wurden reichlich gegessen, selbst in der Diät. Das Eiweiß war auch damals schon relativ viel, wenngleich bei weitem nicht in den Mengen wie heute. So Dinge wie z.B. Magerquark wurden oft bis zum Ende hin gegessen. Auch Supplemente gab es zu dem Zeitpunkt bei weitem nicht so wie heute. Ich setze heutzutage sehr viele Supplements ein, da ich darin einen sehr großen Nutzen sehe, insbesondere auch dann wenn der Körper weniger Nahrung bekommt. Damals versuchte man alles aus der Nahrung zu beziehen, was jedoch während Diäten im Nachhinein ein großes Problem darstellte. Des Weiteren hatte man sich damals das ganze Jahr über relativ natriumarm ernährt.

Wer deine vergangenen Videos verfolgt hat weiß, dass du mittlerweile ein großer Fan von Kräutern und sogar Smoothies geworden bist. Wie wichtig findest du beide Sachen während einer Diät und wie würdest du sie in eine Vorbereitung einbauen? Speziell Smoothies haben ja aufgrund ihres Obstanteils einen eher „schlechten Ruf“ während einer Wettkampfvorbereitung.

Ich habe mich die letzten Jahre sehr viel mit Supplements und Nährstoffen beschäftigt. Es mag Leute geben, die das belächeln  und das alles macht einen nicht um 20 Prozent besser. Aber meine Devise ist hier, dass viele Kleinigkeiten am Ende auch was bringen. Viele Bodybuilder machen den Fehler und achten nur auf Dinge, die Muskeln bringen. Wenn man älter wird denkt man anders. Ich finde dass die Prävention genauso wichtig ist. Wettkampfbodybuilding ist nicht immer gesund. Es stellt eine große Belastung dar und man sollte versuchen dem Körper viel Gutes zu geben. So Dinge wie Entgiftung, Entsäuerung, Organschutz etc. sind sehr wichtig damit der Körper optimal funktioniert.

Smoothies vor allen mit viel grünen Gemüse, Kräutern liefern eine Menge Vitamine, Mineralstoffe, Antioxidantien, Chlorophyll, Enzyme usw. In der Diät fallen Obst Smoothies aufgrund des Zuckeranteils natürlich weg. Trotzdem muss man nicht jegliches Obst in einer Diät streichen.

Kannst du uns beispiel- und schemenhaft einen Ernährungsplan beschreiben, welchen du in einer Vorbereitung heute anwenden würdest und wie du diesen gegen Ende anpassen würdest?

Diese Frage kann man so leider nicht pauschal beantworten. Jeder Körper ist sehr individuell und ich hatte noch keine Athleten, welche einen gleichen Ernährungsplan hatten. Auch die häufig heiß diskutierte letzte Woche vor dem Wettkampf ist bei nahezu allen Athleten individuell. Es gibt Athleten die vertragen selbst in der Diät jede Menge Kohlenhydrate, andere hingegen müssen relativ weit runter, um in Form zu kommen. Bei manchen fallen Milchprodukte relativ früh weg, andere hingegen können sie nahezu bis zum Ende essen. Wie man also sieht ist das ganze sehr individuell. Es ist meist sogar so, dass man das ganze bei der gleichen Person Jahr für Jahr wieder ändern muss. Der Stoffwechsel verändert sich über die Zeit. Aber das alles macht es auch irgendwie interessant und stellt jedes Mal aufs Neue eine große Herausforderung dar.

Lest im zweiten Teil: Manuels Ansichten zu Training und Supplementen, welche Eigenschaften ein guter Trainer haben sollte und wie man eine Wettkampfdiät mit dem Alltag vereint.

Wenn du noch mehr über Manuel erfahren möchtest, dann schau gerne bei ihm auf Facebook oder Instagram vorbei. Oder besuche ihn in seinem Studio. Die Produkte seines Sponsors Best Body Nutrition findest du bei uns im Shop.

Über den Autor

Body & Fit Team @bodyandfitde

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