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10 Fragen an: Manuel Bauer Teil2

10 Fragen an: Manuel Bauer Teil 2

Im ersten Teil unseres Interviews hat euch Manuel mitgenommen zu den Anfängen seiner Karriere, seiner ersten Vorbereitung und seinem ersten Wettkampf. Lest jetzt, welche Tipps er euch u. a.  zum Thema Training, Supplements und den Eigenschaften eines guten Trainers geben kann.

Das Training spielt in einer Vorbereitung auch eine sehr wichtige Rolle. Welche Tipps kannst du hier geben, speziell für die letzten Wochen der Vorbereitung?

Das Training sollte das ganze Jahr über hart und intensiv sein. So Dinge wie wenig Wiederholungen im Aufbau, viele in der Diät sind längst überholt. In den letzten Wochen einer Diät würde ich auf extrem schwere Gewichte verzichten. Ich sehe hier das Nutzen-Risikoverhältnis. Das bedeutet natürlich nicht, dass man leicht trainieren sollte. Stattdessen machen wir zum Ende hin auch einiges mit Intensitätstechniken, was zu gleich den Stoffwechsel forciert. Die Wiederholungszahlen liegen überwiegend im Bereich zwischen 10 bis 15. Das gilt sowohl für Aufbau als auch Diät.

Neben deinem Status als Vorbereiter und Athlet bist du vor allem als Supplementexperte bei Best Body Nutrition bekannt. Welche Supplements hältst du speziell in einer Vorbereitung am effektivsten und welche können bis zum letzten Tag sogar drin bleiben?

Der „Supplementdschungel“ ist ja inzwischen gerade für Menschen die sich nicht viel damit beschäftigen sehr undurchsichtig geworden. Trotzdem gibt es ein paar Basics, die ich gerade in einer Diät für unerlässlich halte. Dazu zählen ein gutes Whey (am besten Isolat oder Hydrolisat), BCAAs, Glutamin, Kreatin, Arginin, Omega 3, Vitamin D und ein gutes Multivitamin-Mineralstoffpräparat. All diese Supplements bleiben bis zum Ende hin drin. Für manche Athleten kann auch ein guter Fatburner Sinn machen, um den Stoffwechsel anzukurbeln und den mentalen Fokus  bzw. die oft vorhandene Antriebslosigkeit in Diäten zu verbessern.

Speziell viele junge Sportler sind bei der Suche nach einem Trainer verunsichert. Welche Eigenschaften sollte ein guter Betreuer deiner Meinung nach mitbringen?

Das stellt in der heutigen Zeit wirklich ein großes Problem dar. Für mich ist es zum Teil schon lächerlich wer sich heute alles als Trainer oder Coach bezeichnet. Es gibt ein paar wichtige Punkte zu beachten. Der Betreuer sollte Erfahrung haben, was ich mit als allerwichtigstes Kriterium betrachte. Jemand der mal einen Wettkampf bestritten hat,  kann nicht automatisch andere vorbereiten. Es ist auch ein Vorteil wenn ein Vorbereiter selbst mal Athlet gewesen ist, wobei das kein Muss ist. Es gibt auch super Vorbereiter,  die selbst nie auf der Bühne gestanden haben.

Auch sollte der Vorbereiter individuell angepasst arbeiten, auch hier gibt es einige,  wo viele Athleten einen Plan A bekommen und das war es. Das funktioniert einfach nicht, denn das Ganze ist nun mal sehr individuell.  Ebenfalls kritisch betrachte ich eine Vorbereitung via Internet, Skype, Fotos etc. Natürlich kann man sich nicht ständig bzw. häufig aufgrund der Entfernung sehen. Man kann viel mit Fotos, Videos machen, was aber auch sehr täuschen kann. Ich selbst kann keinen Athleten vorbereiten, den ich nicht auch hin und wieder live sehe. Wir reden hier aber vom Wettkampfsport. Um nur eine gute Figur zu bekommen mag das funktionieren.

Ich persönlich erwarte auch von einem Vorbereiter dass er ehrlich ist, jemanden auch mal sagt dass er besser noch warten soll oder im äußersten Fall einfach nicht die Genetik für den Sport hat. Manche Vorbereiter versuchen Athleten mit nahezu utopischen Vorstellungen zu motivieren. Der Vorbereiter trägt selbst eine große Verantwortung, so sehe ich das zumindest, auch was das gesundheitliche angeht und dessen sollte man sich immer bewusst sein. Ich nenne hier auch konkrete Beispiele, wenn man einige Frauen oder auch Junioren ansieht, so weiß ich genau was da los ist und das gibt mir zu Denken. Erfolg ist nicht alles. Zu guter Letzt sollte auch das zwischenmenschliche passen. Nur so kann eine Zusammenarbeit funktionieren.

Manuel Bauer WK

Viele Wettkampfathleten kennen die Strapazen einer Diät und ihren Einfluss auf den Alltag. Welche Tipps kannst du Sportlern geben, damit leichter umzugehen?

Man sollte sich bewusst sein, dass eine Diät eine riesen Herausforderung darstellt und einen oft an die Grenzen des Körperlichen und Psychischen stellt. Man muss auf sehr vieles verzichten, zum Teil auch auf eine gewisse Lebensqualität. Das alles für einen Blechpokal und ein paar Minuten auf der Bühne, wobei diese paar Minuten und die Zufriedenheit mit sich selbst einem oft alles zurückgeben.

Das wichtigste ist, dass das ganze immer noch ein Hobby ist. Es gibt viele, wo leider das ganze Private auf der Strecke bleibt, wo Beziehungen auseinander gehen, zum Teil sogar der Job verloren geht oder Junioren die nicht mal eine Ausbildung haben, weil sie sich so auf den Sport fixieren. Da muss man dann ganz klar sagen, dass es das alles nicht Wert ist, denn nur ein paar ganz wenige verdienen richtig Geld damit.

„Man sollte immer realistisch bleiben und sich keine utopischen Ziele setzen.“

Wenn man eine Diät macht, so gibt es während der Diät immer wieder harte Tage und auch solche wo man vielleicht aufgeben möchte. Das alles kann sein, doch letztendlich muss immer noch die Freude und der Spaß überwiegen. Falls das nicht mehr der Fall ist, dann macht man was falsch und sollte das Ganze auch sein lassen. Auch sollte man während einer Wettkampfdiät versuchen, sich nicht komplett von der Außenwelt abzukapseln, sondern versuchen so gut es geht am „normalen“ Leben teilzunehmen. Es ist häufig ein schmaler Grat und nicht jeder ist ein geborener Wettkampfathlet. So Dinge wie Familie, Job und vor allem Gesundheit stehen an erster Stelle, dessen sollte man sich immer bewusst sein.

Zusatzfrage:

Als Athlet und Vorbereiter kennst du beide Seiten des Sports. Welche ist deiner Erfahrung nach die anspruchsvollst?

Das ist eine schwierige Frage. Als Vorbereiter trägt man doch auch eine große Verantwortung, schließlich begibt sich ein Athlet in die Hände des Vorbereiters wenn man so möchte. Läuft es dann nicht so gut, dann ist oft der Vorbereiter der Dumme. Andererseits ist es natürlich ein tolles Gefühl wenn man jemanden vorbereitet, der dann erfolgreich ist oder einfach nur mit sich selbst super zufrieden und glücklich ist.

Wenn ich von meiner Person als Athlet spreche, hatte ich immer selbst riesen Erwartungen von mir, ich wollte während einer Diät immer alles zu 100 Prozent machen und noch viel besser machen. Das Ziel war wie bei jedem anderen auch jedes Jahr noch besser zu sein. Ich habe sehr viel experimentiert  und wollte in jeder Diät noch mehr Perfektion betreiben. Die meisten Vorbereitungen haben ich bei mir selbst alleine gemacht, was auch immer wieder eine riesen Herausforderung war. Sonach gesehen kann ich die Frage nicht so beantworten. Beides erfordert unwahrscheinlich viel.

Wir bedanken uns bei Manuel Bauer uns seinem Sponsor Best Body Nutrition für dieses wirklich tolle Interview. Wenn ihr noch mehr von Manuel sehen und hören wollte, dann schaut einfach mal bei ihm auf Instagram oder Facebook vorbei.

Wollt ihr noch mehr spannenden Interviews von bestimmten Athleten oder habt ihr vielleicht noch weitere Fragen an Manuel, dann lasst es uns in den Kommentaren wissen und wir setzten alles daran eure Wünsche umzusetzen.

 

Über den Autor

Body & Fit Team @bodyandfitde

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