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Team Body & Fit

10 Fragen an Nochtli – Teil1

10 Fragen an Nochtli – Teil 1

Hallo Nochtli, kannst du uns kurz durch die 25 Jahre mitnehmen, in denen du in dieser Welt unterwegs bist? (wer du bist, Hintergrund, was du gemacht hast und jetzt machst etc.)?

Ja natürlich, ich werde mich kurz vorstellen! Mein Name ist Nochtli Mayra Peralta Alvarez, oder auch einfach Nochtli. Ich bin 24 und lebe in den Niederlanden. Ich bin halb mexikanisch und halb niederländisch, denn mein Vater kommt aus Mexiko und meine Mutter aus den Niederlanden. Leider spreche ich noch kein spanisch, aber ich beabsichtige dies im folgenden Jahr zu lernen.

Ich bin als Kind in Haarlem aufgewachsen, und wusste eigentlich schon früh was ich in meinem Leben erreichen möchte. Ich ging als kleines Mädchen oft mit meiner Mutter in die Stadt, und sah dort dann Donnerstagabends die Polizei auf ihren Pferden reiten. Als kleines Mädchen fand ich das absolut fantastisch zu sehen. Ich war erst 9 Jahre alt, und meine Zukunft stand bereits fest. Ich werde Polizistin! Von dem Moment an hat mich nichts von diesem Ziel abgehalten. Ich wollte nichts anderes.

Nochtlii-ich-werde-polizistinUnd trotzdem wurde meiner Liste noch eine Leidenschaft hinzugefügt. Mein Vater nahm mich mit 11 Jahren zu einem Fotoshoot im Amsterdamer Museum „Nemo“ mit. Hier entstand meine Liebe für die Arbeit als Model. In den Jahren danach genoss ich natürlich meine Teenagerjahre und ging einfach zur Schule. Daneben begann ich selbständig mit meiner Arbeit als Model und machte noch alles über Facebook.

In der Schule fing ich mit VMBO-T an (allgemeiner vorbereitender Bildungsgang). Ich war gerade 16, als ich meinen Abschluss machte. Das hieß für mich, dass ich für die Polizei noch zu jung war. Also habe ich noch ein HAVO angehängt (höherer allgemeinbildender Ausbildungsgang) und auch dort meinen Abschluss geholt. Zum Glück kannst du dich in den Niederlanden bereits mit 17,5 Jahren bei der Polizei bewerben, und das machte ich natürlich auch sofort! Ich kam durch alle Prüfungstage hindurch und wurde sofort eingestellt.

Die Polizeiakademie war hart, aber ich fand es fantastisch. Ob es nun die Studientage oder das Kämpfen im Dojo waren, die blauen Flecken, die ich nach einem Training behielt oder am folgenden Tag zu lernen mit enormen Emotionen anderer Menschen umzugehen. Es war fantastisch! Ich hatte endlich mein Ziel erreicht und war stolz wie ein Pfau.

Meine Mutter machte sich oft große Sorgen um mich, erst recht als ich tatsächlich Fulltime auf die Straße ging. Aber zum Glück unterstützte mich meine Familie in allem was ich machte. Leider konnte ich die Modellarbeit nicht gut mit der Polizeiarbeit kombinieren. Das ist natürlich logisch, wenn du darüber nachdenkst. Ich hatte bei der Polizei einen umfassenden Vertrag was ich bei der Modellarbeit durfte und nicht durfte. Das schränkte mich enorm ein, aber gut, es war nicht anders.

Ich habe erst 3 Jahre in Hoofddorp gearbeitet und anschließend 2 Jahre in Haarlem. Die Arbeit war wirklich großartig. Aber es war natürlich nicht alles Sonnenschein und Heiterkeit. Ich sah Dinge, die eine Durchschnittsperson im ganzen Leben nicht sehen muss. Unmenschliche Verletzungen, Reanimationen, Selbstmorde, Verkehrsunfälle, häusliche Gewalt, Blut und Trauer. Über die Jahre hinweg lernte ich damit umzugehen, und so merkwürdig das auch klingen mag, auch das betrachtete ich als einen tollen Teil meiner Arbeit. Allerdings hatte ich ab einem bestimmten Punkt das Gefühl, dass ich nichts anderes mehr machte als zu arbeiten. Ich war mehr im Polizeirevier als zuhause, sah kaum noch meine Freunde und hatte kaum noch Freizeit. Nachtschichten, dann wieder Frühschichten und wieder mal Überstunden, weil ein Ladendieb Ärger machte.

Ich hatte daher 2015 auch einen Burnout. Es störte mich, und es hielt mich enorm in dem auf, was ich noch mehr erreichen wollte. Mit der Zeit stand es mir derart im Weg, dass ich genug davon hatte. Neben der Polizeiarbeit machte ich bereits sehr viel Sport und hatte mir darüber inzwischen so viel Wissen angeeignet, dass ich mehr damit machen wollte. Mein Freund Jeremy hatte seinen HBO-Abschluss gemacht, mit dem er zu dem Zeitpunkt nichts machen konnte. Also beschlossen wir beide eine Ausbildung zum Personal Trainer zu machen. Wir machten eine verkürzte Ausbildung und innerhalb eines halben Jahres hatten wir beide den Abschluss. Jeremy hat inzwischen seinen eigenen Betrieb im Personal Training. Für mich lief es etwas anders.

Während ich in Haarlem arbeitete, sah ich auf einmal Tavi Castro vorbeilaufen.  Ich erkannte ihn von Instagram, er ist ein weltberühmtes Fitness-Idol. Ich hielt meinen Dienstwagen neben ihm an, und fragte, ob wir zusammen ein Foto machen könnten. Später erzählte er mir, dass er dachte ich wollte ihm ein Bußgeld geben, weil er Müll auf den Boden geworfen hat. Durchaus lustig, denn er war entsprechend nervös, aber ich auch! Haha. Wir machten zusammen schnell das Foto, und ich bedankte mich mit einer Sofortnachricht auf Instagram für das Bild. Ich bekam sofort eine Antwort zurück, ob ich Model für Body Engineers werden möchte.

nochtlii-3-wochen-kündigungAls ob es so hätte sein sollen, dass ich ihm an dem Tag über den Weg lief! Genau an dem Moment, als ich bei der Polizei aufhören wollte, begegnete mir diese große Chance. Ich wusste offen gesagt nicht ganz, was ich davon zu erwarten hatte, aber ich fühlte, dass es etwas war, das ich tun musste. Innerhalb von 3 Wochen kündigte ich bei der Polizei und fing an für Body Engineers zu arbeiten. Das war letztes Jahr Dezember. Jetzt bin ich Fulltime-Fitnessmodel und reise für allerlei Fitnessexpos um die Welt. Innerhalb von 10 Monaten kletterte mein Instagram von 400 Followern auf mehr als eine halbe Million Follower, wurde ich auf der Straße erkannt, war bei RTL Late Night, bei Dumpert und wurde aufgrund meiner Polizeivergangenheit weltbekannt.

Wie das Leben so laufen kann, manchmal überrascht es mich immer noch.

Warum und wann bist du mit Sport und einem gesunden Lifestyle begonnen?

Ich habe schon immer Sport gemacht. Ich fing mit 5 Jahren mit dem Tanzen an. Damals noch in einem rosafarbenen Tütü im Kindergarten. Später in einer Hiphop-Crew, mit der wir viel aufgetreten sind. Damit habe ich aufgehört, als ich zur Polizei ging. Mit Fitness fing ich mit 17/18 Jahren an. Ich suchte nach einem Ersatz für das Tanzen und begann meine Zeit im Fitnessstudio zu investieren. Zudem war meine Mutter immer enorm mit einer gesunden Lebensweise beschäftig, wenn es um Ernährung etc. ging, und hat mir das schon in jungen Jahren mitgegeben. Die Basis war also bereits da! Ich muss ehrlich zugeben, dass ich anfangs nicht wusste, was ich da eigentlich machte, haha. Aber gut, jeder fängt mal bei Null an. Ich passte meine Ernährung jedoch nicht an meine Workouts an und aß Süßigkeiten etc. wenn mir eben danach war. Bis zu dem Punkt, an dem ich meinen Körper wirklich verändern wollte, und nicht weiterkam. Das ist jetzt 3 Jahre her. Ich studierte allerlei Artikel, Bücher und andere Fitnessmodells. Und wie ich bereits sagte, machte ich meinen Abschluss als Personal Trainer. Jetzt weiß ich genau, was ich machen muss, um ein bestimmtes Fitnessziel zu erreichen, und kann dies auf mich selbst und andere anwenden.

Wie oft pro Woche trainierst du und wie lang?

Ich trainiere 5- bis 6-mal in der Woche, und das sind meist Einheiten von 1,5 Stunden. Inklusive Warming Up und dem Stretchen nach dem Sport. Wenn ich in der Vorbereitung für eine Expo bin, kommen dazu noch 30 Minuten Cardio. Ich habe für mich selbst Standardmuskelgruppen, die ich trainiere. Das sieht so aus:

Montag – Oberkörper, leichtes Gewicht|| 20 Wiederholungen x 3 Sets x 5 Übungen ||
Dienstag – Beine, schweres Krafttraining (main focus quadriceps)
|| 10 Wiederholung x 4 Sets x 5 Übungen ||
Mittwoch – Ruhe
Donnerstag – Oberkörper, leichtes Gewicht, Circuit Training
|| 20 Wiederholungen x 3 Sets x 5 Übungen ||
Freitag – Beine, schweres Krafttraining (main focus glutes)
|| 10 Wiederholungen x 4 Sets x 6 Übungen ||
Samstag – HIIT Training
|| 40 min Body Weight Übungen ||
Sonntag – Ruhe

(Nach jedem Training stretche ich meinen ganzen Körper. Dabei verwende ich auch einen Foamroller)

 Zu welcher Übung hast du eine regelrechte Hassliebe, und warum?

Zu den Hip-Trusters! Mit vielen Wiederholungen sind sie eine wirklich gute Übung für deinen Po, aber es brennt enorm. Ich kann direkt danach nicht normal sitzen, sondern muss aufstehen, weil ich andernfalls Krämpfe in den Pobacken bekomme, hahaha.

Willst du noch mehr von Nochtli sehen und lesen? Dann schau hier in den zweiten Teil des Interviews oder auf Nochtlis Instagram, Facebook oder Youtube vorbei.

Über den Autor

Body & Fit Team @bodyandfitde

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