Karolin

Loslassen und bei dir selbst bleiben

Und plötzlich sind sie weg – Menschen,

bei welche​n ein​ Blick in die Augen oder das Einatmen ihres Geruchs „zu Hause“ war. Dabei erinnert man sich noch so gut an die kleine Sommersprosse über der Lippe oder die winzigen Linien der Hautfalten, die sich über den kleinen Finger zogen. Das Gefühl, Momente auch ohne Worte, lautlos glücklich zu verbringen.
Abwendung, Trennung oder Unstimmigkeiten sind einige der unzähligen Gründe, warum Menschen plötzlich nicht mehr in unserem täglichen Leben sind.
Die schlimmsten Abgänge sind die, die wortlos passieren, regelrecht über Nacht und am nächsten Morgen dreht sich die Welt plötzlich in eine andere Richtung. Ohne das man selber gefragt wurde, heißt es plötzlich: Umsatteln , die Segel neu setzen, einen anderen Kurs aufnehmen. Dabei möchte man eigentlich weinen oder reden oder nachdenken…Wie heißt so schön: „Das Leben geht weiter“, „Morgen ist ein neuer Tag“. Aber Moment mal, ich wollte doch, also dachte ich.

Loslassen

Gehen lassen ist eines der schwierigsten Dinge, die man auf seinem Weg hin zu Träumen und Zielen lernen muss-besonders, wenn es kein bahnbrechendes Ereignis gab. Bewusst sage ich „muss“, denn Wegdrehen und aus dem Weg gehen ist zwar einfach und erspart den ein oder anderen schmerzhaften Moment, doch es bringt dich letzten Endes nicht an den Ort, welchen Lebenserfahrung dir zeigen möchte: nämlich zu dir. Nicht nur nah sein zu anderen Menschen, sondern auch ganz nah zu dir.

Bei dir selbst sein

Auch in der Lage sein, sich selbst aufzufangen und schwimmen zu lernen in dem Meer von möglicherweise unbeantworteten Fragen und Tausender, tobender Gedanken von Selbstzweifeln. Ja, das Wasser kann ganz schön kalt sein doch ich persönlich habe bisher gelernt, dass erstarren und auf Hilfe warten nicht unbedingt die richtigen Alternativen sind. Schwimmen lernen, überleben lernen – wissen, wie man zu sich findet und nicht nur kraftvoll bis zum nächsten Ufer schwimmt, sondern erhobenen Hauptes wieder die Zügel aufnimmt.

Selbstzweifel – sind normal

Natürlich denkt man im ersten Moment des Realisierens der Fehler läge bei sich selbst und durchdenkt tausende Wege und Umwege, was man hätte anders oder besser machen können. Für einen Moment lang ist das auch in Ordnung, schließlich sollte man konstruktive Kritik verbal und nonverbal aufnehmen und Selbstkritik üben, doch was mir geholfen hat, Selbstkritik und Selbstzweifel abzuwägen und zu werten, war einen Abend oder einen Tag lang alleine zu sein und nachzudenken, über die Vergangenheit, mich selbst und die Situation – mir zu erlauben meine so kostbare Zeit mit „Nachdenken“ zu „verschenken“. Das war und ist wunderschön, denn manche Gedanken möchte man selber denken. Unbeobachtet, ungeschminkt und ohne stundenlange Gespräche. Doch am nächsten Morgen heißt es: zu Ende gedacht, Fakten akzeptieren und mittlerweile getrocknet vom eiskalten Wasser: weitermachen. Ein neuer Tag, der Chancen gibt an sich zu arbeiten, aus Begegnungen zu lernen und: in sich zu investieren !

Vielen fällt es schwer die plötzliche Menge an Zeit, die man unter anderem nicht damit verbringt den Geruch des Anderen einzuatmen, Sommersprossen zu zählen oder gemeinsamen Aktivitäten nachzugehen für sich zu nutzen – es gibt wieder eine großartige Chance darauf, aus einem neuen Blickwinkel Selbstinvestment zu üben, aktiv zu bleiben oder zu werden. Früh aufstehen. Sport machen. Sein Umfeld neu erkunden. Auch auch wenn man abends kein Kino Date hat, kann man sein Geld an diesem Abend dennoch sinnvoll ausgeben und investieren : ein frisches, gesundes Abendessen, welches deinen Sport unterstützt und dir über Nacht Energie für den neuen Tag gibt.

Jeder hat etwas, was ihn antreibt

  • Finde deinen Ort der Zuflucht
  • Finde deinen Sport
  • Finde deinen Song
  • Du darfst traurig sein, Gefühle zulassen und weinen
  • Du darfst Schokolade essen bis die Tränen nachlassen
  • Du sollst nachdenken und Vergangenes aufrollen um Selbstkritik zu üben
  • Aber: du sollst nicht DICH als Mensch und deinen WERT vergessen und wegdenken

Du hast schon viel erlebt, geweint und gelacht – und genau so vieles liegt noch vor dir! Es wird unzählige Menschen geben auf die du triffst, die kommen und gehen – und ganz sicher auch bei dir bleiben. Ein Mensch, eine Persönlichkeit wird dich immer durch die Täler und Berge deiner Reise begleiten und das bist du selbst. In der Hektik und so schnellen Vergänglichkeit unserer heutigen Zeit, in der alles schnell austauschbar und scheinbar ersetzbar ist, verlieren viele das Gefühl für sich selbst und verpassen sich selbst wirklich kennen zulernen und daraus Kraft und Energie zu schöpfen.

Finde deinen Weg dich kennen zulernen, dich zu entdecken. Nimm dir die Zeit herauszufinden, was dich antreibt, dich berührt und inspiriert. Du wirst dadurch ganz nah bei dir selbst sein, dich schätzen und Selbstvertrauen daraus gewinnen. Ein Schritt nach dem Anderen, Tag für Tag, Erfahrung für Erfahrung.

Deine Zeit ist jetzt!

Über den Autor

Karolin

Nicht nur im Alltag, sondern auch im Fitness Studio stolpere ich immer wieder gerne über Worte, Momente und Gefühle mit der Vision, diese als etwas Inspirierendes für Außenstehende greifbar zu machen.

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