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Überlastung bei Sportlern

Wenn du ambitionierter Sportler bist, liegen Verletzungen und Überlastung immer auf der Lauer. Entsprechend ist es wichtig dies zu berücksichtigen und gut für deinen Körper zu sorgen. Um dir bei der Vermeidung dieser Unannehmlichkeiten zu helfen, haben wir einen Fachmann zu Rate gezogen. Sportphysiotherapeut Johan Nieuwenhuis erklärt uns genau was Überlastung ist, woran du sie erkennst und – noch wichtiger – wie du sie vermeiden kannst.

Wie entsteht Überlastung?

Überlastung von Muskeln kommt häufig vor, erst recht bei Kraftsportlern. Vielleicht kennst du das von dir selbst, du hast ordentlich trainiert aber am nächsten Tag hast du dann doch Probleme mit einer Steife in den Muskeln. Das ist nicht schlimm, aber es können Zweifel aufkommen wen der Muskelkater/die Muskelsteife am zweiten Tag nach der Belastung zunimmt. Dies wird auch als delayed muscle soreness Bezeichnet. Diese Steife und/oder dieser Muskelkater entstehen insbesondere bei einer exzentrischen Muskelkontraktion. Das heißt bei einer Belastung, bei welcher der Muskel gestreckt wird. Denk hierbei beispielsweise an Jogging von einem Hügel hinunter oder die Abwärtsbewegung bei einem Biceps Curl. Durch die Belastung entstehen in dem Muskel Mikroschäden in den Muskelfasern. Die Wissenschaft geht davon aus, dass dieser minimale Schaden in Kombination mit der Entzündungsphase die bekannten Beschwerden mit Muskelkater und Muskelsteife verursacht. In dem Fall musst du die Trainingsbelastung anpassen und für optimale Erholungsbedingungen sorgen musst. Wenn du dir nicht genug Zeit zur Regeneration nimmst oder du nach einem Trainingsanreiz wiederholt zu früh wieder mit dem Training beginnst, wobei ein minimaler Schaden in der Sehne kombiniert mit einer Entzündungsreaktion entstehen kann, sprechen wir von Überlastung.

Wie erkennt man Überlastungsbeschwerden?

In der Welt der Medizin wird häufig das Wort Surmenage verwendet. Das heißt Überspannung/Überlastung von Körper oder Geist. Jeder kennt den Begriff Überlastung, aber oft bemerken wir die Beschwerden erst zu spät. Aber können wir diese Beschwerden ankommen sehen? Wenn wir uns den Knöchel verknacksen erinnern wir uns alle an den einen Moment mit den deutlichen Folgen. Die Beschwerden bei einer Überlastung sind jedoch komplexer und undeutlicher:

  • Der Sportler gibt keinen deutlich Beginn der Beschwerden an.
  • Es gibt einen undeutlichen Beschwerdeverlauf.
  • Es kann zu langfristigen Verletzungen führen.
  • Wechselhafter Verlauf der Geweberegeneration.

Vorbeugen ist besser als heilen

Die Anpassung der Trainingsintensität und die Erhöhung der Belastbarkeit sind die wichtigsten Dinge, wenn es darum geht Überlastung zu vermeiden. Zudem musst du versuchen herauszufinden woher die mögliche Überlastung kommt. Das kann beispielsweise die verkehrte Technik, ungeeignetes Material oder eine falsche Ernährungsweise sein.

Die Stadien nach Kennedy sind ein praktisches Hilfsmittel, um Überlastung zu erkennen. Darin werden unterschiedliche Stadien von Überlastung beschrieben. Zu Erkennung einer (beginnenden) Überlastungsverletzung ist es essenziell diese Stadien interpretieren zu können. Je höher das Stadium ist, desto länger wird die Regeneration dauern und in den höheren Stadien wird es nicht mehr ausreichen einfach eine Zeit lang Pause zu machen, um sich gut zu erholen und wieder schmerzfrei trainieren zu können.

Stadien nach Kennedy

Spontane Beschwerden beim Training, der betroffene Sportler kann weiterhin trainieren und die Beschwerden verschwinden wieder. In den Tagen nach dem Training entsteht jedoch eine Reaktion.
Beschwerden bei Trainingsbeginn (Angangsschmerz). Beschwerden nehmen nach dem Warming-Up dank der Durchblutung des Gewebes ab. Das heißt, dass der Schaden immer noch da ist, aber man spürt ihn nicht. Während des Trainings hat der Sportler keine Beschwerden, allerdings entsteht wieder eine Reaktion nach dem Training und zwar Stärke als in Stadium 1.
Zunahme der Beschwerden zu Trainingsbeginn, eine Verringerung der Beschwerden während des Trainings, allerdings halten die Beschwerden jetzt den größten Teil oder das ganze Training an. Nach dem Training erfährt der Sportler eine Abnahme der Beschwerden, aber sie bleiben spürbar und nehmen in den Tagen nach dem Training zu.
Zunahme der Beschwerden zu Trainingsbeginn, welche durchgehend zunahmen und dafür sorgen, dass der Sportler sein Training frühzeitig beenden muss.

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